Bundesweiter Warntag – was bedeutet das für mich?

07. Dezember, 2022

Lesezeit: 3 min

Der bundesweite Warntag soll die Menschen in Deutschland informieren und mit dem Thema „Warnung der Bevölkerung“ vertraut machen. So sollen die Bürger*innen ein Bewusstsein dafür erhalten, wovor gewarnt wird und auf welchen Wegen – und wer diese Warnungen ausspricht.

Wichtig ist auch, was Sie als Bürger*in tun können, denn je mehr Sie über dieses Thema wissen, desto höher ist Ihre Selbsthilfefähigkeit. Der Warntag macht Sie #besserbereit für mögliche Krisensituationen.

Was passiert am bundesweiten Warntag?

Am Warntag, der zum zuletzt am 08.12.2022 stattfand, wird planmäßig ein sogenannter Probealarm ausgelöst, mit allen vorhandenen Warnmitteln. Das heißt, um 11:00 Uhr werden Sirenen von Behörden und Einsatzkräften aktiviert, aber auch alle Warnmittel, die am Modularen Warnsystem (MoWas) angeschlossen sind.

Das schließt zum Beispiel auch öffentlich-rechtliches und privates Fernsehen, eine Vielzahl von Radiosendern sowie soziale Medien und Fahrgastinformationssysteme ein. Dort können Sie die Warnung dann lesen oder hören.

Wenn Sie die Warn-Apps NINA und KatWarn heruntergeladen haben, erhalten Sie am Warntag ebenfalls Benachrichtigungen.

Auch auf digitalen Werbetafeln werden Warnmeldungen zu sehen sein. Und zum ersten Mal kam 2022 das System „Cell Broadcast“ zum Einsatz.

Warnmeldungen per Cell Broadcast erhalten

Cell Broadcast ist eine Warnmeldung, die direkt auf Ihr Handy geschickt wird, und in diesem Jahr zum ersten Mal zum Einsatz kommt. Diese Warnnachricht bekommen alle Handys, die in einer Funkzelle angemeldet sind, in der der Alarm ausgelöst wurde.

Am Warntag wird also in ganz Deutschland in allen Funkzellen ein Probealarm ausgelöst, was zur Folge hat, dass bundesweit Menschen eine Warnmeldung per Cell Broadcast auf ihr Handy bekommen.

Dafür müssen allerdings die technischen Voraussetzungen erfüllt sein: Ihr Handy darf zum Beispiel nicht im Flugmodus sein. Oft können ältere Geräte diese Nachricht nicht empfangen. Eine Liste mit empfangsfähigen Geräten und eine detaillierte Erklärung zur Funktionsweise finden Sie auf der Website des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) .

Gut zu wissen: Cell Broadcast ist datenschutzkonform, das heißt es werden keine personenbezogenen Daten erhoben oder verarbeitet. Die Meldung wird zwar an sämtliche empfangsbereite Endgeräte verschickt, der Absender der Warnnachricht kennt aber weder die Mobilfunknummern oder andere Daten der Empfänger*innen noch kann er diese erfassen.

Warum gibt es den Warntag – und wer organisiert ihn?

Zum einen dient der zweite bundesweite Warntag dazu, die Resilienz und Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung gegenüber Krisen aller Art zu steigern und die Menschen mit verschiedenen Warnmitteln vertraut zu machen.

Zum anderen geht es darum, die Warnmittel und Abläufe technisch zu proben. Sollten sich technische Schwachstellen ergeben, wie zum Beispiel, dass die Warnmittel nicht wie geplant funktionieren oder Abläufe gestört werden, können diese im Nachhinein beseitigt werden.

So sind wir alle in einem tatsächlichen Notfall besser vorbereitet.

Verantwortlich für die Organisation des Warntags sind Bund und Länder. Hierfür stimmen sie sich auch mit den Kommunen ab. Auf Bundesebene ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zuständig, auf der Länderebene die jeweiligen Innenministerien und auf der Ebene der Kommunen normalerweise die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden.

Muss ich mich auf den Warntag vorbereiten?

Nein, auf den bundesweiten Warntag müssen Sie sich persönlich nicht vorbereiten. Sie können sich aber bei Ihrer Kommune darüber informieren, auf welchen Wegen diese den Probealarm durchführen wird, denn es kann regionale Unterschiede bei der Wahl der Warnmittel geben.

Zudem ist es ratsam, die Warn-Apps NINA und KatWarn herunterzuladen – so sind Sie auch nach dem Warntag gut aufgestellt.

Wir zeigen Ihnen in folgenden Artikeln, wie sie für eine Notfallsituation vorsorgen, was in einer solchen zu tun ist und informieren Sie über die Bedeutung der verschiedenen Heultöne von Sirenen.